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Die Porträts der Orchestermitglieder

Die Managerin

Ludmilla Wolf (70)

Leiterin der Musikschule in Urubichá

  • Die Ordensfrau aus Tirol kam 1968 nach Bolivien.
  • Lange Jahre war sie Lehrerin und Direktorin der örtlichen Schule.
  • Seit ihrer Pensionierung leitet sie die Musikschule in Urubichá.
  • Die hier ausgebildeten Musiker spielen und unterrichten inzwischen im ganzen Land.

Zitat:
„Ich habe großes Heimweh und freue mich, endlich die Berge wiederzusehen!“

Der Dirigent

William René Ajhuacho (29)

Direktor des Jugendorchesters in Urubichá
Leiter des Sinfonieorchesters der Musikhochschule in Santa Cruz

  • Aufgewachsen in Chile und Bolivien.
  • Als Pianist gewann er schon als Jugendlicher nationale und internationale Wettbewerbe.
  • Mit 13 übernahm er sein erstes Orchester.
  • Seit 2006 Dozent an der Musikhochschule in Santa Cruz. Er unterrichtet elf Fächer.
  • Im Februar 2007 fuhr er erstmals nach Urubichá. Er verliebte sich auf den ersten Blick in die Musik aus dem Tiefland.
  • Seitdem kommt er jede Woche und leitet ehrenamtlich die Musikausbildung.

Zitat:
„Als ich hierherkam, schleppten die Kinder ihre Geigen in Jutesäcken mit sich. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass sich aus den selbstgebauten Instrumenten solch wunderbare Musik zaubern lässt.“

 

 

Die Musiker und Sänger

Rund 35 Mitglieder haben Chor und Orchester aus Urubichá. Einige von ihnen stellen sich hier näher vor.

 

Simón Aguape (19), Erste Geige

  • Nahm schon an mehreren internationalen Tourneen teil.
  • Studiert mit einem Stipendium an der Musikhochschule in Santa Cruz.
  • Auch im dortigen Sinfonieorchester spielt er die „Erste Geige“.
  • Er probt zehn bis zwölf Stunden am Tag.
  • Simón ist auf dem besten Weg zum Berufsmusiker. Er will der bekannteste Geiger Boliviens werden.
  • Für die anderen Orchestermitglieder ist er das große Vorbild.
  • Zum zweiten Mal in Deutschland dabei.

Erwartungen:
„Ich will Musiker aus Deutschland treffen und neue Freundschaften schließen.“

 

 

Pío Oreyai (18), Zweite Geige

  • Seit 2000 Mitglied im Orchester.
  • Gilt als großes Talent.
  • Will in die Fußstapfen seines Freundes Simón treten.
  • Dafür übt er sechs bis acht Stunden am Tag.
  • Zum zweiten Mal in Deutschland dabei.

Erwartungen:
„Ich möchte mein Dorf würdig vertreten. Ich will, dass möglichst viele Menschen uns und unsere Musik kennen lernen.“

 

 

Eliana Aguararupa (17), Cello, Chor

  • Wuchs in Santa Cruz auf. 2003 kehrten ihre Eltern nach Urubichá zurück.
  • Seitdem besucht sie die Musikschule.
  • Schon immer wollte Eliana Sängerin werden. Bereits als kleines Kind konnte sie die bekannten Schlager auswendig.
  • Zum zweiten Mal in Deutschland dabei.

Erwartungen:
„Ich freue mich darauf, neue Orte und Menschen kennen zu lernen. Außerdem sind diesmal fast alle meine Freundinnen dabei.“

 

 

Wilson Urazayegua (23), Querflöte

  • Drei Schwestern, drei Brüder.
  • Seit 1999 besucht er die Musikschule.
  • Als Kind fiel ihm ein Album mit bekannten Orchestermusikern in die Hände. Dort las er über einen berühmten Querflötisten aus Deutschland, der zu seinem Vorbild wurde.
  • Um sich und seiner Familie ein sicheres Auskommen zu ermöglichen, arbeitet Wilson als Tagelöhner im Wald. Besonders bedauert er die großflächigen Brandrodungen und Abholzungen. Sie widersprechen dem Naturverständnis der Guarayos und gefährden die Zukunft seines Dorfes. 
  • Lieber heute als morgen will Wilson seinen gefährlichen Job aufgeben. Hierzu will er weiter studieren, um eines Tages ganz von der Musik leben zu können.
  • Zum zweiten Mal in Deutschland dabei.

Erwartungen:
„Vielleicht fällt diesmal ja ein wenig Schnee. Ganz besonders freue ich mich auf die Reise nach Berlin.“

 

 

Carlos Iraipi (27), Fagott

  • Verheiratet, eine Tochter.
  • Seit 1996 im Orchester. 1998 übernahm er das einzige Fagott in Urubichá.
  • Carlos gehört zu den wenigen Fagottisten in Bolivien.
  • Sein Instrument hütet er wie ein zweites Baby. Ersatzteile sind sehr schwer zu beschaffen.
  • Er unterrichtet Chor, Orchester und Fagott an der Musikschule.
  • Um seine Familie zu ernähren, arbeitet Carlos zusätzlich als Kunstschnitzer und als Tagelöhner im Wald.
  • Sein großer Traum bleibt eine Karriere als Berufsmusiker.
  • Zum zweiten Mal in Deutschland dabei.

Erwartungen:
„Ich möchte den Menschen in Deutschland unsere Musik näher bringen. Gleichzeitig will ich die Gelegenheit nutzen, Ersatzteile für mein Fagott zu besorgen. Eines Tages will ich die Mundstücke hier selbst produzieren.“

 

 

Dina Martínez (20), Chor, Violine

  • Trat mit 13 in die Musikschule ein.
  • Schon ihre Vorfahren waren begeisterte Musiker.
  • Dina legt gerade ihr Abitur ab.
  • Nebenbei arbeitet sie im Lebensmittelgeschäft ihrer Eltern.
  • Sie übt vier bis fünf Stunden am Tag.
  • Zum zweiten Mal in Deutschland dabei.

Erwartungen:
„Ich möchte noch mehr über Deutschland erfahren und viele neue Freundinnen finden.“

 

 

Julio (16), Trompete

  • Sechs Geschwister, die meisten davon sind selbst Musiker.
  • Seit vier Jahren in der Musikschule.
  • Er möchte die Musik zu seinem Beruf machen.
  • Hierzu übt er bis zu sechs Stunden am Tag.
  • Julio will in Urubichá bleiben und dort als Musiklehrer andere Jugendliche unterrichten.
  • Zum ersten Mal in seinem Leben reist er ins Ausland.

Erwartungen:
„Ehrlich gesagt weiß ich überhaupt nicht, was mich in Deutschland erwartet. Die anderen haben mir nur gesagt, dass es sehr schön ist, aber auch sehr kalt.“