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Jugendliche helfen Jugendlichen

Das neue Motto der Konzertreise 2007

Die Konzerterlöse des bolivianischen Jugendorchesters waren im vergangenen Jahr so erfreulich hoch, dass die Musikschule in Urubichá noch heute von diesen Einnahmen profitiert. Daher wird das Jugendorchester, dessen Arbeit im Rahmen der ADVENIAT-Projektförderung auch weiterhin unterstützt wird, in diesem Jahr Solidarität mit den Ärmsten der Armen üben. Die Erlöse aus der Konzertreise sollen nicht der Musikschule in Urubichá, sondern dem Schulprojekt „Fe y Alegría“ zugute kommen. Ganz nach dem Motto: Jugendliche helfen Jugendlichen.

 

Bildung schafft Zukunft

Fe y Alegría unterhält Schulen für arme Kinder und Jugendliche

Die „Fe y Alegría“-Bewegung ist in 13 Ländern Lateinamerikas und in Spanien verbreitet. In Bolivien gibt es Fe y Alegría – zu deutsch „Glaube und Freude“ – seit 1966. Die Bewegung unterhält Schulen in allen neun Departements mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten und armen Familien einen Weg in eine bessere Zukunft zu eröffnen. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 59.400 Schüler von rund 4.800 Lehrern unterrichtet.

Fe y Alegría-Schulen gibt es vor allem in abgelegenen Gegenden auf dem Land und in den Randbezirken großer Städte. Hier ist Schule ein Luxus, den sich viele Familien nicht leisten können, weil die Kinder zum Lebensunterhalt mit beitragen müssen.

Freude am Lernen vermitteln

Besonders Schüler aus schwierigen Familienverhältnissen brauchen Unterstützung und Motivation zum Lernen. Je größer die Begeisterung, umso effektiver die Wissensvermittlung. Ob neue Lehrbücher oder bunte Kreide, ob gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten – Fe y Alegría versucht, im Rahmen der beschränkten finanziellen Mittel die bestmöglichen Lernbedingungen zu schaffen.

Persönlichkeitsbildung wird ganz groß geschrieben

Das Besondere und Außergewöhnliche an Fe y Alegría: Schule ist nicht reine Wissensvermittlung, sondern vor allem Persönlichkeitsbildung. Die Kinder sollen Vertrauen in sich selbst gewinnen; sie sollen befähigt werden, das eigene Leben zu gestalten, Missstände zu erkennen und zu benennen sowie Verantwortung zu übernehmen.

Ohne die Eltern geht es nicht

Die intensive Elternarbeit gehört mit zum Konzept. Sie sollen ihren Kindern Vorbild und Förderer sein. Viele Eltern sind mit dem Schulbesuch ihrer Kinder überfordert. Deshalb heißt es für manche Mama und manchen Papa, selbst erst einmal die Schulbank zu drücken, um Lesen und Schreiben zu lernen.

Das Projekt

Ausgangspunkt für die Arbeit mit Lehrern, Eltern und Schülern bildet das christliche Glaubensfundament, das sich im gegenseitigen Respekt, im ehrlichen Umgang miteinander, in Solidarität und Nächstenliebe ausdrückt.

ADVENIAT unterstützt die effektiv und gut organisierte Arbeit von Fe y Alegría schon seit vielen Jahren, in 2007 aktuell mit 31.000 Euro. Für das nächste Jahr wird ein Folgeantrag in vergleichbarer Höhe erwartet. Die sachgerechte Verwendung und Verteilung der Mittel an die einzelnen Schulen verantwortet das nationale Koordinierungsbüro von Fe y Alegría, das darüber jährlich gegenüber ADVENIAT Rechenschaft ablegt.

Die Schule

Stellvertretend für das Gesamtprojekt wird ADVENIAT im Rahmen der Konzertreise das „Fe y Alegría“-Schulzentrum in Asención vorstellen. Die Kreisstadt liegt in unmittelbarer Nachbarschaft von Urubichá, dem Heimatdorf der jungen Barockvirtuosen.

Mehr als drei Viertel der Bevölkerung von Asención lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Menschen leiden unter Mangelernährung, fehlendem Zugang zu sauberem Wasser, menschenunwürdigen Wohnverhältnissen und unzureichender Gesundheitsversorgung. Die Arbeitslosigkeit liegt bei über 50 Prozent. Das größte Problem: fehlende Bildungschancen verhindern, dass die Menschen sich selbständig aus der Elendsspirale befreien können.

Um der vornehmlich indigenen Bevölkerung langfristig einen Ausweg aus der Armut zu ebnen, gründete „Fe y Alegría“ das Schulzentrum in Asención. Seit der Grundsteinlegung hat ADVENIAT das Projekt intensiv begleitet: anfangs mit einer Beihilfe zum Bau der Schule in Höhe von 50.000 DM, heute durch die kontinuierliche Unterstützung der „Fe y Alegría“-Bewegung in der Region Santa Cruz.

Das Bildungszentrum besteht aus einer Grund- und einer weiterführenden Schule. Rund 1.700 Kinder und Jugendliche werden hier zurzeit unterrichtet. Geleitet wird die „Fe y Alegría“-Schule von Schwestern des Franziskanerordens aus Österreich. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Fortbildung und Begleitung der Lehrer. Nur geschulte und motivierte Lehrer sind in der Lage, Freude am Lernen zu vermitteln. Ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Konzepts ist die Vermittlung eines christlichen Wertefundaments. Ohne eine gefestigte Persönlichkeit – so die Überzeugung von „Fe y Alegría“ – nützen auch die besten Mathematikkenntnisse nichts.

Der Flyer zum Projekt

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